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Jubiläum
des Frauen- und Müttervereins

(08. September 2018)

(Text: Jochen Neumann)

 


„Ein Jubiläum ist auch Grund, Danke zu sagen.“ Das stellte Vorstandsmitglied Waltraud Köllner beim Festnachmittag anlässlich des 135-jährigen Bestehens des Frauen- und Müttervereins fest. Zahlreiche Mitglieder wurden für ihre Treue geehrt.

Bei Kaffee und Kuchen feierte die Mitglieder im Kolpinghaus das runde Jubiläum des Frauen- und Müttervereins. Unter ihnen war auch der geistliche Beistand, Pfarrer Martin Besold, der in einem Grußwort die gute Arbeit des Vereins in der katholischen Pfarrei hervorhob. „Die Frauen sind zur Stelle, wenn man sie braucht“, sagte er. Unter allem hob er den Palmbüschel-Verkauf zu Ostern, die Basare und die Mitarbeit bei Gottesdiensten hervor.

Vorstandsmitglied Waltraud Köllner ging auf die Geschichte des 1883 als „Christlicher Mütterverein Erbendorf“ gegründeten Verein ein. „Der Anfang aller Müttervereine begann 1850 im französischen Lille“, wusste sie. Damals haben sich französische Mütter aus Erschütterung über den Tod einer jungen Mutter zu einer privaten Gebetsgemeinschaft zusammengeschlossen.

„Dabei ging es ihnen um den tiefsten Sinn christlicher Mutterschaft, das anvertraute Leben ihrer Kinder und Familien zu Gott zu führen.“ Voll Vertrauen wandten sie sich an die Gottesmutter Maria und wählten sie zu ihrer Fürsprecherin. „Der erste Mütterverein war entstanden und Papst Pius IX. erhob die Müttervereine zu einer kirchlichen Bruderschaft mit reichen Gnaden und Ablässen“, so Köllner weiter.

Schon 1868 wurde die gegründete Bruderschaft der christlichen Mütter St. Ägidien in Regensburg Mittelpunkt aller deutschsprachigen Müttervereine. Immerhin waren es im Jahr 1872 bereits 7264 Vereine aus 72 Diözesen.

 „Erster geistlicher Beistand nach der Gründung unseres Müttervereins 1833 war Pfarrer Joseph Maier, der bis 1910 in der Pfarrei wirkte“, führte Köllner weiter aus. Leider seien genaue Namen der Vorstandsfrauen beziehungsweise der Mitglieder aus dieser Zeit nicht mehr überliefert. „Mehr über den Verein ist im ersten Weltkrieg zu erfahren.“

So wurden in den Kriegsjahren durch Pfarrer Franz Xaver Fleischmann und der Leiterin des Müttervereins, damals die Frau des Bezirksoberlehrers Dobmeier, alljährlich an Weihnacht jedem Krieger aus Erbendorf und Umgebung ein Paket mit reichen Gaben und einem Gruß zugesandt.

Am 8. Dezember 1915 ließ der Christliche Mütterverein auch ein Kriegswahrzeichen, einen mannshohen Leuchter, benageln. Heute befindet sich dieser im Heimat- und Bergbaumuseum. Die Einnahmen aus der Benagelung kam wohltätigen Kriegszwecken, wie sogenannten „Liebespaketen“, zu Gute. Während des dritten Reiches kam die Vereinsarbeit zum Erliegen.

In den Nachkriegsjahren benannte sich der Verein um. Als katholischen Frauen- und Mütterverein sei er nach den Worten Köllners seitdem aus dem Pfarrleben nicht mehr wegzudenken. „Wir sind Powerfrauen“, stellte sie fest. „Wir reinigen die Pfarrkirche, stehen als Lektorinnen und Kommunionhelferinnen zur Verfügung und wenn Not am Mann ist, übernehmen wir auch den Mesnerdienst.“

Auch der beliebte Seniorenkaffee geht auf die Initiative des Müttervereins zurück, der mittlerweile seit 30 Jahren besteht. „Vor ein paar Jahren entwickelte sich aus dieser kaffeerunde eine Spielenachmittag heraus.“ Durch die Veranstaltungen des Vereins können immer wieder Anschaffungen für die Pfarrei getätigt und caritative Einrichtungen unterstützt werden. Heute gehören rund 330 Frauen dem Mütterverein als Mitglieder an.

Worte des Dankes

„Damit der Mütterverein mit Leben erfüllt ist und wir unsere Veranstaltungen durchführen können, braucht es viele helfende Hände“, sagte Waltraud Köllner am Ende ihres Rückblicks. „Danke für all die großen und kleinen Dinge.“

Ein Dankeschön sprach sie auch allen Mitgliedern aus, die die Veranstaltungen besuchen, aber auch denjenigen Frauen, die die Arbeit durch ihre Mitgliedschaft unterstützten. „Nicht zuletzt gilt mein großer Dank unserem Pfarrer Martin Besold, der für uns immer ein offenes Ohr hat und unseren Belangen und Wünschen wohlwollend gegenüber steht“, so Köllner. „Bitten wir die Gottesmutter Maria uns beizustehen, damit wir den Verein noch lange Zeit erhalten und im christlichen Sinne führen können.“

Ehrungen

Knapp 25 Frauen standen zur Ehrung für 25, 30, 40- und 50-jährige Mitgliedschaft an. Leider konnten aber nicht alle an der Veranstaltung teilnehmen. An die anwesenden Jubilare konnte Vorstandsmitglied Waltraud Köllner gemeinsam mit Pfarrer Martin Besold die Urkunden überreichen.

So gehören unter anderem bereits 50 Jahre Lieselotte Gerschau, Justine Kreuzer, Berta Meister, Maria Melzner, Anneliese Mergner, Theres Schraml und Irmgard Wächter dem Frauen- und Mütterverein an.

Nicht zuletzt konnte Köllner mit Karin Franz und Apollonia Savidis zwei neue Mitglieder begrüßen.


Bild: Jochen Neumann

Bild: Jochen Neumann

Bild: Jochen Neumann

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