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"Einflugschneise für den Heiligen Geist"

Pfingstgottesdienst im Schein von Kerzen

(27. Mai 2012)

 


 

"Die Kerzenlichter im Mittelgang sind die Einflugschneise für den Heiligen Geist." Das sagte Pfarrer Martin Besold im nächtlichen Pfingstgottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt bei der "Nacht der offenen Kirchen". "Die Sendung des Heiligen Geistes ist Auftrag auch heute, Zeugnis zu geben für seine Gegenwart", so der Pfarrer.
Es war eine besondere Atmosphäre in der Pfarrkirche, als Hunderte von Kerzenlichtern in allen Ecken und Nischen das Kircheninnere erhellten. Aber auch die benachbarte Lorettokapelle tauchte ins Lichtermeer ein. Den Auftakt zur "Nacht der offenen Kirchen" bildete bereits am frühen Abend eine Vesper in der Pfarrkirche. Mit Einbruch der Nacht wurde vor der Kirche das Pfingstfeuer entzündet, das Pfarrer Martin Besold segnete.

In seiner Predigt sprach Besold von einem Indianerstamm, der per Hand Teppiche mit exakten Mustern herstellte, aber an einer Ecke mit Webfehlern das Muster durchbrochen habe. Die Indianer hätten gesagt, dass an dieser Stelle die Geister ein- oder ausfahren könnten. Er spannte damit einen Bogen zu den Christen. "Der Heilige Geist fährt auch bei uns ein, aber dazu bedarf es keines Webfehlers", betonte der Pfarrer.

Doch auch die Entstehung des Christentums war nach seinen Worten ein gewisser Webfehler. "Denn die Kirche begann nicht mit einer ordentlichen Mitgliederversammlung." Im Gegenteil, die Jünger hätten nach der Sendung des Heiligen Geistes unerschrocken Gottes Werke verkündet. "Sie haben die Menschen begeistert und so die Kirche weitergebracht."

So ein Schritt war nach Besold auch das II. Vatikanische Konzil, das bereits 50 Jahre her ist. "Was es bringen soll", fragten damals Journalisten den damaligen Papst Johannes XXIII. "Er antwortete ganz einfach: Frische Luft soll hereinkommen", so der Pfarrer.
Die Lichter in der Pfarrkirche seien heute für Besold so viel wie eine "Einflugschneise für den Heiligen Geist". Er rief die Gläubigen auf, sich Webfehler zu leisten, damit der Heilige Geist durchwehen könne. "Bitten wir ihn, uns eigene Fehler einzugestehen, zu vergeben anstatt aufzurechnen."

Musikalisch umrahmt wurde die Festmesse vom Kirchenchor und Kirchenorchester unter der Leitung von Stefanie Rüger mit der Dankmesse von Franz Gruber. Im Anschluss an den Gottesdienst setzte Besold das Allerheiligste aus und lud die Gemeinde zur Anbetung bis Mitternacht ein. Ein Komplet, das Nachtgebet der Kirche, beendete die "Nacht der offenen Kirchen" in der Pfarrkirche.


 


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