HERZLICH WILLKOMMEN

Unter dem Schutz
der Muttergottes

(15. August 2012)

 


 

In der Geschichte Erbendorfs wird eine Mariä-Himmelfahrtskirche erstmals im Salbuch des Amts Parkstein von 1416 genannt. Vorher war die St.-Veitskirche im Altenstadt die Kirche der Urpfarrei. Erst im Laufe des 15. Jahrhunderts wanderte der Pfarrsitz von St. Veit zur Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Gotische Inschrift

Anscheinend hat der Kirchenbau schon früh durch einen Brand gelitten. Denn nach einer noch heute erhaltenen gotischen Inschrift an der Ostseite der Sakristei wurde 1474 der Chorbau begonnen. "Ano 1474 iccp chori", was so viel heißt wie "inceptio chori" (am Anfang der Chorbaus).

Die ursprüngliche Pfarrkirche war wesentlich kleiner. Das Kirchenschiff reichte gerade einmal bis zu den heutigen Seiteneingängen. Der Turm befand sich seit Beginn an der Stelle der heutigen Sakristei an der Nordseite. Trotz der zahlreichen Stadtbrände, die die Kirche oftmals in Mitleidenschaft zog, wurde sie immer wieder aufgebaut. Nach dem Brand von 1771 erfolgte eine westliche Verlängerung des Kirchenschiffes. Doch bereits nach dem großen Stadtbrand von 1796 musste die Kirche erneut aufgebaut werden.

Der baufällige Turm, der nicht nur unter den Feuersbrünsten, sondern auch unter zahlreichen Blitzeinschlägen gelitten hatte, wurde 1865/66 durch den heutigen Kirchturm ersetzt. 1923 erfolgte die Erweiterung des Gotteshauses um eine Orgelempore nach Westen. Dass die Pfarrkirche der Muttergottes geweiht ist, zeigt sich im Innenraum in zahlreichen Darstellungen und sakralen Figuren. So zeigt das Bild des Hochaltars Marias Himmelfahrt und Krönung. Übrigens stammt der Hochaltar aus der Franziskanerkirche Kemnath. Das heutige Marienbild am Altarblatt hat 1851 Kunstmaler Ulrich Halbreiter in München geschaffen.

Weitere Mariendarstellungen befinden sich als Deckengemälde im Kirchenschiff. Dieses schuf in den Jahren 1927 bis 1929 der Münchner Laienbruder Frater Rudolph Schmalzl. Im Zentrum steht Maria mit dem Jesuskind, umgeben von den 14 Nothelfern. Verschiedene Menschengruppen am Rand des Freskos versinnbildlichen die Bevölkerung, die sich in allen Lebenslagen an Maria und die Nothelfer wendet. Vor allem der Erste Weltkrieg war bei der Schaffung des Werks noch gegenwärtig. So zeigt das Deckengemälde zwei Gefallene und zwei Verwundete mit einem Geschützrad.

Das Fresko im Chorraum zeigt Christi Geburt mit Maria und Josef. Zwei weitere Fresken Schmalzls im vorderen Bereich des Langhauses sind nicht mehr erhalten. Beide wurden bei den Renovierungsarbeiten in den 1960er/70er Jahren übertüncht. Sie stellten Mariä Verkündigung und Heimsuchung dar.

Kirchweihfest zu Michaeli

Eine Frage stellt sich noch wegen der Kirchweih. Obwohl das Gotteshaus unter dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt steht, feiern die Erbendorfer ihre Kirchweih am Michaelistag im September. Ursprünglich fand ein Jahrmarkt zu Mariä Himmelfahrt statt, über den schon 1416 berichtet wird. Aufgrund einer Kirchenweihe an einem Michaelstag wurde im 17. Jahrhundert einfach der Mariä-Himmelfahrt-Jahrmarkt auf St. Michael im September verlegt. Seitdem feiern die Erbendorfer Kirchweih an Michaeli. In den Akten taucht die "Michaeliskirchweih" im Jahr 1729 auf.

 


 


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